Chronik Martin Nauer, Akkordeonist    

Schon als Fünfjähriger machte Martin Bekanntschaft mit einem Piccolo-Akkordeon, und schon bald «beherrschte» der kleine Knirps den «Schneewalzer» oder «Guete Sunntig mitenand». Die ersten Töne beigebracht hatte ihm sein Vater, der Handörgeler und Handörgeli-Doktor Martin Nauer Senior. Schon als Schüler interessierte er sich sehr stark für Ländlermusik. Vor allem die Kapelle Heirassa und Walter Grob hatten es ihm angetan. Mit dem Velotöffli fuhr Martin oft von Schwyz aus nach Meisterkappel, um Walter Grob nach einem bestimmten Fingersatz auf der Handorgel zu fragen. Martin besuchte keine Musikschule, auch das Notenlesen stand in der Grundschule nicht im Lehrplan, deshalb hat Martin alle Griffe und Akkorde nach dem Gehör gelernt - und den grossen Koryphäen so oft wie möglich auf die Finger geschaut. Von Toni Huser versuchte er, dessen Fertigkeit für Schnellpolkas zu übernehmen, von Buser-Wanderon gefiel ihm das Runde und Lüpfige, an Franz Schmidig das Urchige und es gefiel ihm auch Hugo Bigis Fox-Rhythmus. Während vieler Stunden sass er vor dem Radio, um dem virtuosen Spiel von Bobby Zaugg und Lydia Sprecher oder den harmonisch schönen Kompositionen eines Albert Hagen zu lauschen, und Willi Valotti imponierte ihm wegen dessen ausgefeilter Technik und Perfektion schon in früher Jugendzeit, obwohl die beiden altersmässig nur drei Jahre auseinander liegen. Etliche Jahre mehr waren es zwischen Martin und dem holländischen Jazzakkordeonisten Johnny Meijer. Sechs Mal insgesamt reiste Martin nach Amsterdam, um den grandiosen Könner und Tastenakrobaten Johnny Meijer live zu erleben. Martin erhielt später Gelegenheit, hie und da bei der Kapelle Heirassa auszuhelfen und spielte während seiner Lehrzeit oft auch mit Edi Galliker und Turi Horath zusammen. 1972 bekam er von Martin Beeler aus Einsiedeln ein entscheidendes Telefonat: Der Kapellmeister suchte dringend einen Akkordeonisten, der für eine ganze Woche im «Urania» in Zürich einspringen sollte. Martin sagte zu und übte Beelers Repertoire zu Hause ab Platten ein. Martin Beeler staunte nicht schlecht, als der jüngere Martin - ohne eine einzige Probe - gleich sämtliche Akkordeonsolis auf Anhieb abnahm. Martin Nauer blieb dann während der nächsten drei Jahre in Beelers Sextett. Bei einem Auftritt desselben besuchte Carlo Brunner einen Anlass und war von Martins Qualitäten ebenso begeistert, wie Martin vom brillanten und virtuosen Stil Brunners. Die beiden gründeten 1975 zusammen die Kapelle Carlo Brunner, womit der Grundstein für eine beispiellose Karriere gelegt war. Unzählige Konzerte, Auslandreisen und Auftritte beim Radio und Fernsehen zeugen seither von der Beliebtheit der Kapelle Carlo Brunner mit Martin am Akkordeon. Die erste Langspielplatte wurde bereits im Gründungsjahr aufgenommen, und heute ist Martin auf rund 35 Carlo Brunner-LPs oder CDs verewigt, zusammen mit Musikern wie den Bassisten Köbi Schiess, Franz Gisler, Christoph Mächler oder Roman Lämmler oder den Klavierspielern Albert Stöckli, Armin Bruhin und Bert Schnüriger. Dazu kommen viele Tonträger mit diversen Kapellen, bei denen Martin am Akkordeon ausgeholfen hat.
Martin ist als Musiker auch viel gereist. Er spielte auf etlichen Kreuzfahrten und in den USA, in Brasilien, Kanada, in Singapur, in Sri Lanka, Ungarn, Deutschland oder Holland, überall als Botschafter guter und hervorragend interpretierter Schweizer Volksmusik. Martin Nauer gewann alleine, oder zusammen mit der Kapelle Carlo Brunner, viele Preise (Heirassa- Glocke, Grand-Prix der Volksmusik mit Maja Brunner, Ländler-Oski, Prix Walo und dazu einige goldene Schallplatten). Er beteiligte sich als Musiker an diversen Tourneen (Ländlerkönige, Jubiläumstourneen mit Carlo Brunner, Weihnachts-Tourneen mit Konzerten in Kirchen), er musizierte mit Sängerinnen und Sängern aus der volkstümlichen Unterhaltungsbranche (Maja Brunner, Monika Kälin, Monique, Andy L., Geschwister Biberstein, Salvo, Kaiser-Chörli, Benny Rehmann und anderen), doch Martin Nauer ist bei seiner weit über die Volksmusikszene hinaus zweifelsohne grosser Popularität immer der Martin geblieben, wie wir ihn alle kennen und schätzen: liebenswürdig, zuvorkommend, freundlich, stets lächelnd und zu einem Scherz aufgelegt. Einer, der seine Fans schätzt und kennt, wenn auch nicht immer gleich beim Namen. Ein aufgestellter, friedlicher Typ eben, der für die Musik lebt, sich ganz besonders für die Volksmusik engagiert und uns mit seinem

grossen Können viel gegeben hat.
 

  Martin Nauer

Steckbrief Martin Nauer,

Virtuoser und vielseitiger Stegreifmusikant
Aufgewachsen in Schwyz, seit 1989 in Siebnen ansässig und dort mit Handharmonikareparaturen beschäftigt, nachdem er zuvor als gelernter Metzger gearbeitet hatte.
 

   

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Lieblingsgetränk:

Lebensmotto:

Martin Nauer

3. August 1952

Löwe

Ledig

Siebnen

Metzger

Akkordeonstimmer

Baden, Haus, Garten, Musik

Akkordeon

Reisgerichte

Moscht

Positives